Weniger Food Waste, mehr Effizienz – wie wir Lebensmittelverluste sichtbar machen und gezielt reduzieren
Die Herausforderung bei der Herstellung von ultra-frischen Produkten ist klar: Alles muss in der richtigen Menge zur richtigen Zeit verfügbar sein – und idealerweise restlos verwertet werden. Doch selbst mit durchdachter Planung bleibt es eine Aufgabe, Food Waste so gering wie möglich zu halten.
Um hier gezielt anzusetzen, analysieren wir seit eineinhalb Jahren unsere Lebensmittelabfälle mit KI systematisch. Das digitale System von KITRO unterstützt uns dabei, genau zu erfassen, was entsorgt wird, in welchen Mengen und aus welchen Gründen.
Datenbasierte Einblicke – wo entstehen Verluste und warum?
Um Abfälle zu reduzieren, müssen wir verstehen, wann, wo und in welcher Form sie entstehen. Das System, das wir nutzen, erfasst jede Entsorgung mit Foto und Gewicht und ordnet sie automatisch den entsprechenden Lebensmittelkategorien zu.
Diese Informationen helfen uns, unsere Prozesse genauer zu betrachten:
Welche Zutaten landen häufiger im Abfall als erwartet?
Gibt es bestimmte Produkte, die sich nicht so lange halten, wie sie sollten?
Wie beeinflussen Produktionsmengen und Rezepturen die Verluste?
Zusätzlich lassen sich die Kosten der entsorgten Rohstoffe hinterlegen, wodurch sichtbar wird, welche Fehlmengen auch finanziell ins Gewicht fallen.
Von der Analyse zur Anpassung – konkrete Veränderungen in der Produktion
Die Erkenntnisse aus dieser Datenauswertung fliessen direkt in unsere Abläufe ein. Zwei Beispiele zeigen, wie wir durch kleine Anpassungen grosse Unterschiede machen können:
Pink Gari (eingelegter Ingwer) wurde überdurchschnittlich oft entsorgt. Eine genauere Analyse zeigte, dass er in grösseren Gebinden schneller verdirbt, als er verbraucht wird. Jetzt vakuumieren wir ihn in kleineren Portionen mit Mindesthaltbarkeitsdatum – das verlängert die Nutzbarkeit und verringert den Verlust erheblich.
Poulet-Innenfilet tiefgekühlt war ein weiteres Produkt, das regelmässig im Abfall landete. Der Grund: Es wurde oft mehr aufgetaut als benötigt. Um das zu vermeiden, prüfen wir nun, ob unser Lieferant das Filet bereits mariniert liefern kann, sodass wir es bedarfsgerechter portionieren und auftauen können.
Das sind nur zwei Beispiele – die detaillierte Analyse gibt uns regelmässig neue Impulse, um unsere Prozesse weiter zu verbessern.
Gezielt optimieren statt nur reduzieren
Food Waste lässt sich nicht vollständig vermeiden, aber er lässt sich steuern. Die richtige Balance zwischen Frische, Qualität und Effizienz zu finden, ist ein fortlaufender Prozess. Durch systematisches Erfassen und Auswerten unserer Abfälle können wir gezielt an Stellschrauben drehen – sei es durch präzisere Bestellungen, optimierte Produktionsmengen oder neue Verpackungslösungen.
Letztlich geht es darum, bewusster mit unseren Ressourcen umzugehen. Jedes eingesparte Kilogramm Abfall ist ein Schritt in die richtige Richtung.